Thursday, December 20, 2007

Leiden ist eine sprache. Wie jede andere bedarf sie einer entwicklungsphase um gestalt zu nehmen sich einem gegenueber (der auch sich selbst sein kann) zu behaupten/mitzuteilen, dass heisst, sich so zu gebaerden dass man durch diese gestik mitleid erregt durch das genauso erlernte deutung dieser gestik. Ne souffre pas qui veut. la souffrace doit ĂȘtre apprise. Christus sei einer der musterhaftesten ausbilder des leidens. Er gibt sich selbst als beispiel dafuer. er tut wesentlich nichts anderes. leiden ist himmlische macht. wer leidet sei schon bei gott gut aufgehoben. deshalb sind leiden und mitleiden objekte. eine positive abschaetzung des leidens sei vorausgegangen. bei den vorchristlichen kulturen sheint Leiden gar nicht erwaehnt zu sein ausser im etwas poetischen zusammenhange mit der (geschlechlichen?) liebe. Man muesste nicht unbedingt hart gegen sich selbst um nicht mehr zu leiden zu muessen oder nur so insofern sich dieser gestik entwohnen oder sie untersagen. die menschen haben das leiden erlernt. der trieb zu leiden als selbst-auesserung, -behauptung, -bekentniss. ein durchaus moralisches benehmen. der der nicht mehr leidet habe eine erhabene stufe des aussermoralischen erreicht. er hat seine leiblische einsamkeit umarmt.

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